Österreich


Der Verein „Linzer Krippenfreunde“ bietet auch heuer wieder Krippenbaukurse unter der fachkundigen Leitung eines Krippenbaumeisters (unterstützt von Helfern des Vereines) an, in denen Sie eine Weihnachtskrippe nach ihren eigenen Vorstellungen bauen. Für Anregungen stehen nicht nur die Betreuer sondern auch Bildmaterial für heimatliche, orientalische oder Stilkrippen als Vorlagen bereit.

In der eigenen Werkstatt in 4020 Linz/Donau, Ritzbergerstr. 1 stehen alle nötigen Maschinen (Band- und Kreissäge, Schleifmaschine uva.) sowie das für den Bau einer Krippe erforderliche Werkzeug zur Verfügung. Sämtliches Bau- und Dekorationsmaterial wird bereitgestellt und ist im Kursbeitrag von € 250,00  (exkl. Figuren) enthalten. Die Kurse finden jeweils an 2 aufeinander folgenden Wochenenden (Freitag bis Sonntag) statt, wobei für die Fertigstellung der Krippe erfahrungsgemäß 40 Stunden ausreichend sind.

Die Termine finden sie unter www.linzer-krippenfreunde.at.

Anmeldung zu den Kursen bei

Ulrike Schaffer per Mail: ulrike09@utanet.at oder bei

Klenner Kurt unter Tel.: 0664/2850776 bzw. per Mail: kurt.klenner@aon.at

Anmeldungen haben nur Gültigkeit, wenn innerhalb von 3 Wochen eine Anzahlung von € 50,– erfolgt.

—> Leider ist die maximale Teilnehmeranzahl erreicht. Anmelden ist daher nicht mehr möglich.


Zur Geschichte der Weihnachtskrippe

Überall auf der Welt, wo Christen die Menschwerdung Gottes feiern, findet man den Brauch, zur Weihnachtszeit in Kirchen und Häusern Weihnachtskrippen aufzustellen.

Krippen sind figürlich- künstlerische Darstellungen der Geburt Jesu in einer Futterkrippe in einem Stall zu Bethlehem.

An der Krippe stehen die Heilige Familie und die Hirten, im Hintergrund Ochs und Esel. Die Anbetung der Weisen aus dem Morgenlande, die Heiligen Drei Könige, wird um den sechsten Jänner mit in die Krippenlandschaft einbezogen.

Die ersten bekannten schriftlichen Zeugen, die das Geschehen der Menschwerdung Christi beschrieben haben sind die Evangelisten Lukas und Matthäus. Besonders bekannt ist das Weihnachtsevangelium des Lukas, das wahrscheinlich im 2. Jh. n.Chr. entstanden ist und dann allmählich in den ersten Christengemeinden verbreitet wurde.

Bereits im 4. Jahrhundert finden sich in Rom (in den Katakomben) bildliche Darstellungen der Geburt Christi. Der genaue Ursprung der Krippe ist aber nicht sicher zu bestimmen, sondern ist das Produkt einer langen Entwicklung. Urkundlich belegt ist, dass schon in altchristlicher Zeit am Weihnachtstag in den Kirchen religiöse Schaustellungen zu sehen gewesen sind, welche ab dem 10. Jahrhundert immer mehr volkstümlichen Charakter annahmen und sich allmählich über ganz Europa verbreiteten.

Oftmals wird auch der Hl. Franziskus von Assisi als „Vater der Krippe“ angesehen, da er im Jahre 1223 um Weihnachten in einem Walde die erste Weihnachtskrippe in der uns bekannten Form baute.

Eine der ältesten Weihnachtskrippen steht in der Sixtinischen Kapelle der Kirche von S. Maria Maggiore in Rom. Sie wurde 1289 von Arnolfo di Cambio aus Alabaster gefertigt und 1291 dieser Kirche gestiftet.

Auch die gotischen Schnitzaltäre mit Darstellungen der Geburt Christi werden als Vorläufer der Krippe angeführt. Ein solcher Altar mit einer Dreikönigsgruppe aus gefassten Holzfiguren steht z.B. in der Kirche von St. Wolfgang im Salzkammergut in Österreich

Diesen Altar hat der Südtiroler (Brunecker) Künstler Michael Pacher im Jahre 1480 geschaffen.

Die große Blütezeit der Krippen war das Zeitalter des Barock. Erste sichere Nachrichten von Kirchenkrippen stammen aus Süddeutschland, wo nach der unruhigen Zeit der Reformation zuerst die Jesuiten den großen Wert der Krippe als Andachtsgegenstand und als Mittel der religiösen Unterweisung erkannten. Die Jesuiten ließen beeindruckende, wertvolle Krippen bauen, und diese verbreiteten sich rasch in den Kirchen des gesamten katholischen Europas.

Zu Hochburgen des Krippenbaus in Europa entwickelten sich Italien, Spanien, Portugal und Südfrankreich, im Osten Europas die Länder Polen, die Tschechei und Slowakei, in Mitteleuropa vor allem Österreich und der Süden Deutschlands.

Eine weitere Blütezeit erlebte die Krippenkunst im 18. Jh. Sowohl in den Schloss- und Kirchenkrippen, als auch in den Krippen des einfachen Volkes begann man, die Weihnachtsgeschichte auszuweiten und sie mit unzähligen Stationen und Episoden zu ergänzen. Die berühmteste dieser „Ganzjahres-Krippen“ (auch Passions- oder Fastenkrippen genannt) mit etwa 4000 Figuren können wir im Krippenmuseum von Brixen bewundern. Sie wurde von Augustin Propst und dessen Halbbruder Joseph aus Sterzing geschaffen.

Im Diözesansmuseum von Brixen ist auch die genauso berühmte, gut 500 Figuren umfassende „Nißl – Krippe“ des Zillertaler Bauernsohnes und Schnitzers Franz Xaver Nißl (1731-1804) ausgestellt. Diese einzigartige und überaus wertvolle Krippe befindet sich heute im Besitz der Pfarrkirche von St. Johann im Ahrntal.

Ende des 18. Jh. kam die Zeit der Aufklärung und die damit verbundene Säkularisation. Mancherorts kam es zu einem Verbot der Krippen, besonders in Bayern mussten alle Krippen aus den Kirchen entfernt werden. Doch das führte dazu, dass sie verstärkt Einzug in die Bürger- und Bauernhäuser fanden. Besonders in der bäuerlichen Bevölkerung wuchs das Interesse an der Krippenkunst und man schnitzte, auch in Tirol, die Figuren selbst. Bis in die Mitte des 19. Jh. bevorzugte man in Krippendarstellungen die heimische Gebirgslandschaft; ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. kam die orientalische Krippe immer mehr zur Geltung.

Um die Jahrhundertwende ließ das Interesse an den Krippen stark nach. Doch es gab Sammler, die verhinderten, dass viele Darstellungen unwiederbringlich verlorengingen. So sammelte z.B. der Münchner Kommerzienrat Max Schmederer Krippen aus aller Welt und hinterließ seiner Nachwelt eine der größten Krippensammlungen der Welt, die heute im Nationalmuseum von München zu bewundern ist.

Heute ist das Interesse an Krippen wieder stark gewachsen, wie die überall gegründeten Krippenvereine beweisen.

(Text: STEGER Konrad)