Volksmusik

Volksmusik

Als Volksmu­sik be­zeich­net man die tra­ditionel­le, frü­her oft ohne Auf­zeich­n­un­gen über­lie­fer­te Mu­sik, wel­che für bes­timmte re­giona­le Kul­tu­ren cha­rak­te­ris­ti­sch ist. De­ren Beg­riffsbes­tim­m­ung kann für das 20. Jahrhun­dert nicht mehr ge­nau er­folgen. Es ist die volkstüm­liche Mu­sik ent­stan­den, die zwar auf der Volksmu­sik auf­baut, je­doch deut­lich die Merkma­le der kom­merziel­len „Hit­pa­raden“ trägt. Wir wol­len uns hier hauptsäch­lich mit tra­ditionel­ler Volksmu­sik be­sch­äf­ti­gen.

Österreich

ressources/6music-lateinamerikanischemusik-musikstgeorg450.jpg

In Ös­ter­reich herrscht die so ge­nannte „al­penlän­di­sche Volksmu­sik“ vor, wel­che hauptsäch­lich in den deutschsprachi­gen Al­penre­gionen ent­stan­den ist und über­lie­fert wird. Sie um­fasst :

Volkslieder
wer­den ger­ne in Ver­ei­nen ges­un­gen. Me­lodien von Volkslie­dern fin­det man sowohl in den Wer­ken der be­rühmten Kom­po­nis­ten un­se­res Lan­des, als auch bei ei­ner Vielzahl an­de­rer, de­ren Lie­der oft in der re­giona­len Mun­dart ges­un­gen wer­den.
Mu­sik­beis­pie­le:

J. Brahms Wiegenlied
Kärntner Doppelsextett
Salzberger Dreigesang

Ei­ne be­son­de­re Form des Ge­san­ges in den Al­pen ist das so ge­nannte Jodeln. Da­bei wer­den nur ein­zel­ne Sil­ben, ohne Text, in ei­nem schnel­len Wech­sel zwi­sch­en Brust- und Kopfstim­me oft sehr kunstvoll ges­un­gen. Als lus­ti­ge Ge­sangsform hat sie sich über die Welt ver­brei­tet.
Mu­sik­beis­piel:
Ötztal Trio

Instrumentale Stücke
gibt es für vie­ler­lei Instru­ment­e, die oft auch in der
„Stu­ben­mu­sik“, im klei­nen Kreis von Men­sch­en ges­pielt wer­den.
Mu­sik­beis­piel:
Die Flotten Dreiviertler

ressources/6music-lateinamerikanischemusik-volksmusik-geignmusi300.jpg

Musik für den Volkstanz
Mu­sik­beis­piel:
Alpbacher Blasmusik

Spezielle Formen
der ös­ter­reichi­sch­en Volksmu­sik gibt es im Wie­ner Raum.
Um 1880 grün­de­te der wie­ner Kom­po­nist Jo­hann Schram­mel ein Quar­tett, das sei­ne volkstüm­liche Mu­sik spiel­te, wel­che auch nach ihm be­nannt wird. Die Schrammelmusikfin­det sich heute noch beim “ Heurigen “ und so­gar in konzer­tan­ter Form.
Mu­sik­beis­piel:
Schrammel-Quartett

Volksmusik – Venezuela

Volksmusik – Venezuela

Wegen der Viel­falt des Brauch­tums der Volksmu­sik in den latein­ame­rika­ni­sch­en Län­dern wol­len wir hier kei­ne allge­mein gül­ti­gen Äußer­un­gen dazu machen.

Dieses ist ein Platz der al­len latein­ame­rika­ni­sch­en Künst­lern ge­wid­met ist, ihre Tra­dition darzus­tel­len und den Aus­tau­sch mit an­de­ren Län­dern und Kul­tu­ren zu pflegen.

Alma Llanera

ressources/6music-volksmusik-volksmusiklateinamerika-almallanera.jpg

Yoooo, yo nací en es­ta ri­bera del Arauca vib­ra­dor
soy her­ma­no de la es­pu­ma,
de las garzas, de las ro­sas,
soy her­ma­no de la es­pu­ma,
de las garzas, de las ro­sas,
y del sol, y del sol.
Meeee, ar­rul­ló la vi­va diana de la bri­sa en el pal­mar,
y por eso ten­go el al­ma,
como el al­ma pri­moro­sa,
y por eso ten­go el al­ma,
como el al­ma pri­moro­sa,
del cris­tal, del cris­tal.
Amo, lloro, can­to, sueño
con clave­les de pa­sión,
con clave­les de pa­sión,
Amo, lloro, can­to, sueño
pa­ra or­nar las ru­bias cri­nes
del pot­ro de mi ama­dor.
Yo nací en es­ta ri­bera
del Arauca vib­ra­dor
Soy her­ma­no de la es­pu­ma
de las garzas, de las ro­sas,
y del sol…
Let­ra: Bo­lívar Coro­nado
Mú­sica: Ped­ro Elías Gu­tiér­rez

Musikbeispiel Alma Llanera

Serenata Guayanesa (Vzla.)

ressources/6music-serenataguayanesa-photo.jpg

Mauricio Castro, Mi­guel Án­gel Bo­sch (der den be­kannten Cuat­rista Her­nán Gam­boa er­setzt hat), Iván Pé­rez Ros­si und César Pé­rez Ros­si bil­den die vier Him­melsrich­t­un­gen — von Se­rena­ta Guayane­sa.

Se­rena­ta Guayane­sa war der Na­me der ersten Plat­te dieser aus Ciudad Bo­livar (Hauptstadt des Bun­deslan­des Bo­livar) stam­men­den Grup­pe, de­ren ursprünglicher Na­me Los Gaiteros de la Plaza Miranda war. Diese erste Plat­te wur­de vom da­maligen Lan­deshauptman Ma­nolo Gar­ri­do fi­nanziert, als 1971 das Lan­desfest „Fe­ria del Ori­noco“ ge­feiert wur­de.

Sie san­gen be­reits in Beg­leit­ung unzähliger Per­sönlich­kei­ten wie An­to­nio Lauro und Je­sús So­to, Mo­rel­la Muñoz und Gus­ta­vo Rod­rí­guez; Lil Rod­rí­guez und Gual­berto Ibar­re­to; Je­sús Ro­sas Marcano und Luis García Mo­rales, Alejandro Var­gas und Neg­ra Isi­dora beim „Calip­so del Cal­lao“ Kar­ne­valsfest, das mit sie seit 1972 beg­lei­ten und das in ganz Ve­nezuela ge­feiert wird.

6music-serenataguayanesa-sglogo.png
das Logo von Serenata Guayanesa

Doch nicht nur in ihre Hei­mat ist ihre Bühne, sie tra­ten be­reits auf der ganzen Welt auf, ja, selbst Papst Jo­han­nes Paul II hat ihre Mu­sik ge­lobt. Mit klas­si­sch­en Volkslie­dern wie El Sapo, Casta Paloma und Corre Caballito ha­ben sie Un­ver­gänglich­keitssta­tus er­reich­t, mit Lie­dern wie Cantemos con los Niños und Bolivar canta a Bolivar ha­ben sie dem Frei­heitskampf ein Denkmal ge­setzt.

Ihre Lie­der, so sagt man, brin­gen uns die Lie­be durch Sin­gen, sie sind vier Stim­men, die ein Teil un­se­res Leben sind, ein Teil der Ge­schich­te ihrer Hei­mat aber auch der ganzen Welt, sie sind wie die Freun­de, mit de­nen wir im­mer ge­lacht und ge­weint ha­ben, ihre Lie­der erzählen von Reisen über den Fluss, von Hochzei­ten zwi­sch­en Floh und Laus, sie sind Sammler al­ter Volkslie­der, die uns das Glauben an den Men­sch­en wie­der ge­ben und die Sicher­heit, dass diese Welt bes­ser wird, ei­ne Welt wird, in der wir al­le leben kön­nen.
(Laureano Márquez P., El Nacional, Sep­tember 26, 2001)

Ver­wend­ung des Logos von Se­rena­ta Guayane­sa mit freundlicher Ge­nehmig­ung von Herrn Dr. Cesar Pe­rez Ros­si

Cheo Hurtado

ressources/6music-cheohurtado-photo.jpg

Zi­tiert von Elías Ina­ty, be­züg­lich dem un­ver­gleich­ba­ren Cuat­rista [Cuat­ro: ve­nezo­lani­sche Gi­tar­re mit 4 Sei­ten]:

[…] El Cuat­ro in sei­nen Hän­den wird zum vul­ka­ni­sch­en Wind, unzählige be­rühren­de Blitze, als ob das Vib­rie­ren des Ori­noco sei­ne Fin­ger elektri­fizie­ren wür­de… Ja, Cheo Hur­ta­do ist be­reits uni­ver­sell.

Dieser Künst­ler ist in Ciudad Bo­livar (Haupstadt des Bun­desstaates Bo­livar) 1960 auf die Welt ge­kom­men, im Land des „Sa­poara“ und des lauten Ori­nokof­lus­ses. Er ist der Vir­tuose des Instru­ments „El cuat­ro“. Schon in frü­hen Jahren, 1973, ge­wann er in sei­ner Hei­matstadt, das „na­tiona­le Fes­ti­val Cuat­ro“ (El fes­ti­val nacional de cuat­ro), und ist bis heute in­terna­tional er­folgreich.

Er ist ist ei­ne Vir­tuose vie­ler Saite­ninstru­ment­e, wie der Ban­do­la, der Guayane­sa, der Man­do­line, der Gi­tar­re und des Banjos; sei­ne Mu­sik ist ei­ne treue Rep­rä­sent­ation der Mu­sik aus de Guayana Re­gion (wie man den Bun­desstaat Bo­livar für ge­wöhnlich nennt).

ressources/6music-cheohurtado-serenata.jpg
Cheo Hur­ta­do mit Se­rena­ta Guayane­sa

1985 grün­de­te er das En­semble Gurrufio, wel­ches sich der neuen ve­nezo­lani­sch­en Volksmu­sik wid­met. Er hat auch mit na­tiona­len sowie in­terna­tiona­len Stars zu­sam­men­gespielt, wie Se­rena­ta Guayane­sa, So­ledad Bra­vo, Edwin Colón, Aquiles Baez, Hu­go Blanco und vie­len an­de­ren, und erhielt Aner­ken­n­ung in Euro­pa, den USA, Ja­pan, etc.

Zurzeit di­rigiert er das in­terna­tiona­le En­semble La Siembra del Cuatro, („Ernte des Cuat­ro“) wel­ches von ihm geg­ründet wur­de.

Heuer, 2010, wird er die wei­te Reise an­tre­ten, die das fünfte Fes­ti­val der „Ernte des Cuat­ro“, das La Siembra del Cuatro 2010 zu eröffnen und zu feiern; dieses erste re­giona­le Tref­fen wird zu Ehren des 70-jähri­gen Ju­biläums des Walzer „Na­talia“ des ge­feier­ten Kom­po­nis­ten und Gi­tar­ris­ten An­to­nio Lauro ver­anstal­tet.

Durch sein Wir­ken hat er zur Wie­der­be­leb­ung und In­terna­tiona­lisier­ung des Cuat­ro Ve­nezuelas bei­get­ra­gen.

wei­ter…

Volksmusik – Argentinien

Llajtaymanta

ressources/6music-volksmusik-8vmusarg-llajtaymanta1.jpg

Die 1982 in Buenos Aires geg­ründe­te Grup­pe „Llajtaymanta“ in­terpre­tiert authent­i­sche Mu­sik der An­de­nin­dios, sowohl in spa­ni­sch­er Sprache, als auch in den al­ten In­dianersprachen Quechua und Aymara .

ressources/6music-volksmusik-8vmusarg-llajtaymanta2.jpg

Un­ser Ver­ein hat­te die Ehre und die Freude, diese Grup­pe mit ihrer Mu­sik am 28. Ap­ril 2011 in Wien prä­sent­ie­ren zu kön­nen.

ressources/6music-volksmusik-8vmusarg-llajtaymanta3.jpg

Volksmusik – Brasilien

Jo­sé Do­min­gos de Mo­raes – Do­min­guinhos

Ge­bo­ren in Ga­ranhuns, ei­ner Stadt im Bun­desstaat Per­nambuco, im Nor­dosten Bra­siliens weist der Mu­siker, Instru­ment­alist, Kom­po­nist und Sän­ger Jo­sé Do­min­gos de Mo­raes, sei­nen künst­ler­na­me „Do­min­guinhos“ ei­ne der so­lides­ten und kon­sequent­es­ten Kar­rie­ren der bra­siliani­sch­en Mu­sik auf. Ohne Zwei­fel kann man sa­gen, dass Do­mina­guinhos ei­ner der größten Rep­rä­sent­an­ten des For­ro 1) und des 2)Baiao in Bra­silien ist.

Als Schü­ler von Luiz Gonza­ga brach­te Do­min­guinhos ei­nen neuen Stil und neue Akzen­te des For­ro und des Baiao. Diese Akzen­te ge­lei­te­te aus den Bos­sa No­va, Jazz und Cho­ro (ein an­de­res speziell bra­siliani­sch­es Gen­re).

Der exzel­len­te Mu­siker erhielt ver­schie­de­ne Preise. Ei­ner da­von war der Gram­my Lati­no für die CD „Che­gan­do de Man­sinho“ im Jahr 2002.

An­ge­nom­men und res­pektiert von bra­siliani­sch­en Mu­sikern, be­wun­dert und be­jubelt von der Öf­fent­lich­keit setzt Do­min­guihos sei­ne Kar­rie­re im Al­ter von 70 Jahren fort und erfreut durch sei­ne Ein­fach­heit und sei­ne fan­tasti­sche Mu­sik.

1) For­ro ist ein bra­siliani­sch­es Fest im Nor­dosten und auch der Na­me ei­nes Tanzes, der dort auf­ge­führt wird.

2) Baiao ist der Rhythmus der Mu­sik des Nor­dostens, ähnlich dem Tanz und Rhythmus des For­ro.

Dominguinhos